Im Gespräch: 1500 Euro Bonus für Pflegekräfte

Im Gespräch: 1500 Euro Bonus für Pflegekräfte

Angesichts der Belastungen von Pflegekräften in der Corona-Krise zeigen sich Pflegekassen und Arbeitgeber offen für Bonuszahlungen von bis zu 1500 Euro.

Pflegekräfte leisteten unter Corona-Bedingungen Herausragendes, und dies sollte auch besonders honoriert werden, sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), der auch die Pflegekassen vertritt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Samstag.

Der Vizepräsident des Arbeitgeberverbands Pflege, Friedhelm Fiedler, sagte der "Bild"-Zeitung (Samstag): "Wir sind offen für einen einmaligen Bonus in Höhe von bis zu 1500 Euro." Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, in der Corona-Krise Bonuszahlungen für Arbeitnehmer bis 1500 Euro steuerfrei zu stellen.

GKV-Sprecher Lanz erläuterte: "Da diese Prämie am Ende aus den Portemonnaies der Beitragszahler finanziert wird, muss deren Höhe mit Augenmaß festgelegt werden". Hier sollten sich insbesondere Politik und Pflege-Arbeitgeber auf einen Höchstwert verständigen. Es sollte nicht nach Ost oder West, Nord oder Süd unterschieden werden.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will sich für Bonuszahlungen an das Pflegepersonal einsetzen: "Ich bin mit Vivantes und Charité im Gespräch, um den Pflegekräften direkt zu helfen mit einer Bonuszahlung, damit die auch mal jetzt gewürdigt werden mit ihrer Arbeit", sagte er in der RBB-"Abendschau" am Sonntag.

Mehr Geld in der Tasche sollen auch die Pflegekräfte in Bayern haben. Ihnen will die Staatsregierung für ihren Einsatz in der Corona-Krise eine steuerfreie Bonuszahlung von 500 Euro zukommen lassen, so Ministerpräsident Markus Söder. Die Bonuszahlung für Pflegekräfte soll an diesem Dienstag im Kabinett beschlossen werden und das Geld so bald wie möglich bei den Betreffenden ankommen. Nach Angaben eines Regierungssprechers sollen den Bonus alle Pflegekräfte in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten-, Pflege- und Behindertenheimen bekommen - insgesamt 252 000 Angestellte. Den Freistaat koste dies unterm Strich 126 Millionen Euro.

Foto: Tatjana Balzer/AdobeStock