Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bei den Pflegeberufen

Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bei den Pflegeberufen

In der generalistischen Pflegeausbildung müssen die Anforderungen aller Pflegeberufe berücksichtigt werden. Ein Forscherteam hat dazu die Berufspraxis der drei Pflegeberufe miteinander verglichen und festgestellt, dass es bei ihnen mehr gemeinsame als speziell für einen Pflegeberuf bestimmte Tätigkeiten gibt.

Ab 2020 schreibt das Pflegeberufegesetz die Generalistik als Regelausbildung in der Pflege vor. Durch die Ausbildungsreform werden nicht drei Pflegeberufe zusammengelegt, sondern diese durch einen neuen Pflegeberuf abgelöst. Die Herausforderung besteht nun darin, die Besonderheiten der einzelnen Pflegeberufe zu erfassen und in ein generalistisches Curriculum zu integrieren. Aus diesem Grund hat das Forschungsprojekt KraniCH (Kompetenzorientiertes anschlussfähiges Curriculum Hannover) unter anderem untersucht, welche Tätigkeiten die drei Pflegeberufe gemeinsam haben und in welchen sie sich unterscheiden.

"In 43 unterschiedlichen Stationen und Wohnbereichen der stationären Akut- und Langzeitpflege sowie in den ambulanten Pflegediensten wurden Pflegefachkräfte bei ihrer Arbeit im Früh-, Spät- und Nachtdienst vier Stunden lang beobachtet", berichten die am Projekt Beteiligten Prof. Kordula Schneider, Heidi Kuckeland und Myrofora Hatziliadis, die alle an der Fachhochschule Münster tätig sind, in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege. Im Anschluss an eine Beobachtung seien die Pflegefachkraft und ein Klient, der in einer Pflegesituation gepflegt wurde, befragt worden. Laut der Forscherinnen konnten nur 67 Tätigkeiten gefunden werden, die für einen der Pflegeberufe in einem bestimmten Tätigkeitsbereich speziell sind. Das bedeute, dass sich die drei Pflegeberufe mehr durch Gemeinsamkeiten als durch Unterschiede auszeichneten. Dieses Ergebnis habe sie überrascht, so Schneider, Kuckeland und Hatziliadis, trotzdem müsse natürlich gewährleistet sein, dass auch die speziellen Tätigkeiten der Altenpflege in das neue generalistische Curriculum aufgenommen werden.

Foto: Werner Krüper